Lichtplanung Kirche St. Altfrid
Lichkonzept unter pädagogischen & liturgischen Aspekten
Ort: Essen
Ort: Essen
Das Jugendhaus St. Altfrid liegt oberhalb der Ruhr in Essen Kettwig. Es dient als Tagungsort u.a. für Klassenfahrten und Tage der religiösen Orientierung. Die Kirche St. Altfrid aus den 50er Jahren ist integraler Bestandteil der Gesamtanlage. Im Vorfeld der Sanierung wurde gemeinsam ein Nutzungskonzept entwickelt, bei dem es um eine zentrale Frage ging: „Was dient den jungen Menschen?“ Zielsetzung war es, einen modernen Kirchenraum zu schaffen, der nicht nur multifunktional und nahbar war, sondern insbesondere auch Kinder und Jugendliche dabei unterstützt einen Zugang zu Kirche und Glauben zu finden. Es sollte eine Architektur für Menschen werden. „Die Kirche wird Kirche, wenn ihr sie bespielt“, gab der Benediktinerpater und Metallgestalter Abraham dem Projektteam mit auf den Weg. Die Kirche wird lebendig durch ihre Besucherinnen und Besucher.
Lichtkonzept für viele Möglichkeiten & Stimmungen
Der Eingangsbereich wurde geöffnet und die seitlich im Innenraum montierten Uplights erzeugen eine abendliche Fernwirkung von innen nach außen bei der Annäherung an das Gebäude. Die warme Farbtemperatur wirkt einladend und behaglich. Im Foyer angekommen lenken Wandfluter an der dem Eingang gegenüberliegenden Wand den Blick und die Bewegungsrichtung in die Tiefe des Raumes.
Im Sinne einer „Grammatik des Lichts“ wurde die Beleuchtung des Kirchenraumes in mehreren Layern realisiert, die additiv frei über eine digitale Lichtsteuerungsanlage innerhalb des KNX-Systems miteinander kombiniert werden.
Der zentrale Kirchenraum wird u-förmig von einem Wandelgang umschlossen, in dessen Seitenschiffen gepolsterte Holzbänke zum Verweilen einladen – ebenso wie die in die Rückwände eingelassenen Sitznischen. Eine umlaufende bodennahe LED-Lichtlinie zeichnet diese Konturen der Architektur mit Licht nach und schafft blendfreie Orientierung im Raum auch bei stark gedimmten Lichtszenen.
Das große Satteldach mit Holz-Fachwerkbindern prägt das Volumen des Raums. Der neue Altar steht zentral und ist von allen Seiten nutzbar. Die Beleuchtung des zentralen Kirchenraumes erfolgt flexibel über Strahler an abgependelten Stromschienen. Die Leuchten sind rhythmisiert angeordnet und schaffen dadurch Lebendigkeit auf dem Boden, wobei der zentrale Altar durch gezielte Akzentbeleuchtung als liturgisches Zentrum visuell betont wird. Flankiert wird der zentrale Kirchenraum von zwei Baum-Skulpturen aus Cortenstahl, die durch Bodeneinbauleuchten von unten nach oben angestrahlt werden, um ein markantes Spiel von Licht und Schatten an den Skulpturen selbst und auch an der Decke zu erzeugen.
Auch die hölzerne Marienfigur vom Bonner Künstler und Seelsorger Ralf Knoblauch und das Kreuz an der dem Eingang gegenüberliegenden Wand werden durch gezielte Akzentbeleuchtung mit deutlich sichtbarem Kontrast zur Allgemeinbeleuchtung visuell betont und hervorgehoben. Die Blickachsen werden durch die Beleuchtung geprägt.
Die auf die Fenster aufgebrachte organische Patternstruktur wird durch die Beleuchtung in Form von Goboprojektoren aufgegriffen und flächenübergreifend auf die Seitenflanken des Satteldaches projiziert.
Abgerundet werden die mehrdimensionalen Lichtlayer durch RGBW-LED-Lichtlinien, welche sowohl in unterschiedlichen Farbtemperaturen in weiß, als auch anlassbezogen z.B. für Yogakurse oder Meditationsabende den Raum in farbiges Licht tauchen können. Der Kirchenraum insgesamt ist unter anderem durch die mehrschichtige Beleuchtung flexibel nutzbar für Gottesdienste, Musik oder Seminare. Die Lichtszenen sind intuitiv über ein Bedienpanel abrufbar oder flexibel anpassbar.
St. Altfrid: altfrid.de
Architektur: REIN WIECHERS Architekten I www.reinwiechers.de
Innenarchitektur: helle freude innenarchitekten I www.hellefreude.com
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